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Maybach gibt nicht auf

Es sieht nicht gut aus für die Edel-Marke Maybach aus dem Hause Daimler, wenn man die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Position auf dem Marktsegment der Luxus-Autos für die elitären Oberschichten beobachtet. Denn Maybach schaffte es bereits 2010 nicht, mehr als magere 150 Stück seiner Nobel-Karosserien abzusetzen. Besonders im direkten Vergleich zum Hauptkonkurrenten Rolls-Royce, der im selben Marktsegment und im selben Zeitraum mehr als 2 700 Fahrzeuge an den Mann oder an die Frau mit gut proportioniertem Geldbeutel bringen konnte. Da wirkt das Ergebnis von Maybach mehr als kläglich, insbesondere, wenn man bedenkt, dass die Zielsetzung und Erwartungshaltung der Planung und Unternehmensführung eher so in Richtung 1 000 bis 1 500 verkaufte Fahrzeuge zielte.

Man muss jedoch sagen, dass das Management von Daimler und Maybach an dieser Entwicklung nicht ganz unschuldig ist, scheute man sich in der Vergangenheit Kosten, verbesserte Nachfolger vom Maybach 57 und 62, die Anfang des Jahrtausends auf den Markt eingeführt wurden, oder gar neue Modelle zu entwickeln und so ein attraktiveres Angebot für die Kunden zu ermöglichen. Ein weiteres Problem für Maybach ist, dass viele unter den speziellen Kunden den historischen Bezug der Marke Maybach zu seinem Namensvetter Wilhelm Maybach nicht verstehen. Technische Stockfehler wie die Tatsache, dass die aktuellen Produkte immer noch auf der S-Klasse um das Millennium herum basieren, taten dann ihr übriges. Zudem versäumte man bei der Konzeption die Möglichkeit, die Maybach-Fahrzeuge auch mit Panzerung bestellen zu können und verlor so ein weiteres, in dieser Klasse nicht unwichtiges Geschäftsfeld im Bereich der Staatslimousinen zusätzlich.

Bereits im letzten Herbst spekulierte man aufgrund all dieser Entwicklungen auf ein Ende der Marke Maybach, welches sich sich allerdings nicht bewahrheitet hat, da dies mit einem erheblichen Imageschaden für die Mutter Daimler verbunden wäre. Ein obligatorischer Neuanfang ist also geplant, nicht nur, weil die Verkaufszahlen im Luxus-Segment momentan anziehen, sondern weil die Spar-Maxime sogar alle Modelle hoch bis zur S-Klasse im Bereich Ausstattung und Motorisierung beeinflussen, so dass die Nachfrage für ein Luxus-Auto bestehen könnte, das keiner Volumennorm entsprechen müsste. Allerdings bringt all das immer noch keine adäquate Lösung für das grundsätzliche Problem, dass die Entwicklungskosten bei einer so geringen Stückzahl enorm sind. Da die aktuelle technische Basis der Maybach-Produkte jedoch veraltet und wenig zukunftsfähig sind, riecht es also nach einem Neustart. – Die Designpläne für neue Maybachs lägen schon lange bereit in den Schubladen der Entwickler.

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